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LARP: Waldkauz
Bericht




Möglichst unvoreingenommen fahre ich mit meinem langjährig-LARP-erfahrenen Freund Jochen Richtung "Waldkauz". Der Waldkauz ist eine Kneipe, die manchmal ruckartig Ort und Zeit wechselt. Deshalb befinden sich auch die unterschiedlichsten Charaktere in der Kneipe. So der einfache Teil der Erklärung von Jochen, während ich mich über schlecht ausgebaute Landstraßen quäle.
Nun versucht er mir die Fantasy-Welt, aus der wir kommen, näher zu bringen. Wenn eine aktive Liverollenspielgruppe aber schon mehr als zehn Jahre an einer Welt feilt ist sie für den Außenstehenden schon sehr komplex.
Deshalb klammere ich mich an Dinge, die ich mir merken kann und gehe den komplizierteren Kulturen aus dem Weg. Also spiele ich einen gewöhnlichen saufenden Söldner (der Witz "ich spiele einen SS" kam nicht so gut an...), der in seinem Suff kaum was von seiner Welt weiß und für Geld fast(!) alles macht.
Am Setting angekommen war erst mal große Begrüßung mit den seltsamsten Gestalten:
Eine Schwarzgewandete, die nach meinem Geschmack viel zu lange Zähne und Ohren hatte, eine total verhüllte Frau (der Stimme nach zu urteilen) und mehrere Recken, die genau wie in den einschlägigen Mittelalterfilmen aussahen. Meist mit beeindruckender Rüstung, was mich an meinen eher bescheidenen Fundus zurückerinnerte.

Also erst mal in die Sachen rein und nebenher zuhören, was und wo "In-Play" und "Off-Play" ist. Armbanduhr ab und Handy weg - das ist In-Play nicht erlaubt. Meine Brille durfte ich - den Göttern denen mein Söldner huldigte sei Dank - behalten.

Danach mit meinem Latexschwert und Zinnkrug bewaffnet zur ersten Prüfung:
Zwangloses Abendessen in LARP-Atmosphäre. Im "Waldkauz" waren erst wenige Gäste anwesend und mein Herr (Jochen), der mich für eine Goldmünze engagiert hatte. Zu meinem und besonders meines Söldners Unbehagen setzten wir uns neben die mit den langen Zähnen. Nach einiger Zeit hatte ich den Eindruck, dass sie intensiv meinen Hals beobachtet. Zuerst habe ich mich mit meinem Freund und seinem Bekannten - der seine Rüstung mal nicht anhatte - unterhalten, bis mich ein Krieger aus dem Nordland ansprach. Die ganze Atmosphäre machte mich schon ein bisserl nervös: alle schienen sich zu kennen, nur ich kannte halt kaum jemanden. Ich stellte mich mit Aristobolous vor.

Den Standardspruch "Meine Freunde nennen mich Ari" - "Hallo Ari" - "Ich bin nicht Dein Freund!" hab ich diesmal weggelassen. Seit meine Mutter einen Magier wollte, aber lediglich ein Söldner habe ich viele blöde Kommentare zu meinem Namen anhören müssen. Der blödeste: "Ari, fahr den Wagen vor!" Alle brüllen vor Lachen, ich hab keine Ahnung was das soll.
Er war sehr nachsichtig denke ich im Nachhinein und schließlich fanden wir ein Thema von dem auch ich Ahnung hatte: Verehrung vieler Götter: gut, da mein bei Verärgerung von einem auf andere ausweichen kann, Verehrung eines Gottes = pure Unterdrückung. An diesem Abend ließen einige üble Streiche spielende Kobolde mein Bier schal werden, meine Stimmung sank langsam. Diese Plagegeister haben dann auch heilige Reliquien aus einem Schrein geklaut. Nach einer kurzen Rücksprache mit dem Nordländer habe ich erfahren, dass es verboten ist einfach so Kobolden den Kopf abzuhauen und damit Fußball zu spielen.

Was meine Stimmung weiter absank und mich mehr dem Bier zusprechen lies. Nach mehr Bier und ein bisserl Singen und Labern, wie wir die Reliquien zurückbekommen sollen bin ich ins Bett. Eigentlich waren mir die Reliquien scheißegal - ohne Kohle mach ich nix und der Alkohol tat immer noch seine Wirkung. Mein Herr war engagiert, also hab ich auch ein bisserl interessiert getan:
des Bier ich brech des Wort ich sprech - oder so.

Der nächste Tag war gefüllt mit der stressigen Suche nach dem heiligen Zeugs. Den Wassergott verfluchend, den ich zur Zeit verehrte, zogen wir im strömenden Regen durch die Wälder. Auf der Suche nach riesigen Waldschraten, an die die Kobolde im Spiel eine Speerspitze verloren haben...

Bei dieser Gelegenheit wurde ich von den Kobolden mit einem Liebeszauber belegt, mit dem ich mich unsterblich (was immer das auch heißt) in die Priesterin verliebte. Zugegeben habe ich vorher in bierseeliger Laune verkündet, dass wahrscheinlich sie selbst die heiligen Sachen geklaut hat, um Aufmerksamkeit zu erregen. Aber das habe ich nur einmal gemacht: die Priesterin ist sehr angesehen und die Leute waren mehr als angefressen.
Immer hinter oder neben ihr her bin ich dann als typischer treudoofer Dackel (TTDD) durch Matsch, Kälte und Nässe getrabt, um bei ihr zu sein. Im Nachhinein betrachtet war der Zauber nicht so stark: als sie nämlich von eben den Waldschraten entführt wurde, konnte ich trotz der Stimmen in meinem Kopf (bzw. der Off-Play-Stimmen) widerstehen und habe nicht allein gegen drei zwei Meter große, starke, mit Äxten und Rüstungen bewaffnete Waldschrate gekämpft. Obwohl ich auch ein kleines Schwert hatte - meine Rüstung war ja irgendwann mal beim Würfelspiel abhanden gekommen.

Irgendwann konnte meine Holde fliehen, danach hatte ich als Feigling aber noch einen schlechteren Stand als vorher. Meine Verwirrung (=Verliebtheit) ließ nach und ich konnte freier nach den restlichen fehlenden Stücken suchen.
Die waren schließlich gefunden und der Hohepriester vollzog ein Ritual mit wohlgesetzten Worten. Die Feier war klasse und das Bier gut. Unser Gesang erschallte bis tief in die Nacht und letztlich schien sich doch alles zum Guten zu wenden.

Am nächsten Morgen sagte ich meinen Söldnerklamotten und neuen Freunden Lebewohl. Gar nicht sooo schlecht wäre ich gewesen hat man mir versichert, obwohl ich doch deutlich merkte, wie viele Fehler ich gemacht habe. Da aber alle sehr nett waren konnte ich mit dem Schmach noch gut leben und schaue mal, ob ich nicht mal wieder bei einem Con mitmache. Dann aber bitte OHNE Kobolde und OHNE Regen (habjabeidesbeiderbundeswehrschonerlebt!)


PS: Viele Grüße an den Satyr Ramirez. Einen nahen Verwandten sehe ich jeden früh auf dem Weg zur Arbeit auf Nachbars Wiesen.









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Publiziert am: 2006-01-02 (794 mal gelesen)

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